27. Dezember 2018

Deutschland beim Mobilfunk Schlusslicht in Europa

 

Nirgendwo ist beim Mobilfunk die Verfügbarkeit so schlecht und der Datentransfer so lahm wie in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens P3 aus Aachen, die die LTE-Versorgung in Deutschland und den Nachbarländern im Vergleich untersucht haben.

Bei der 4G-Versorgung in der Fläche liegt Deutschland auf dem drittletzten Platz – hinter Frankreich, den Niederlanden und Albanien. Und wenn LTE verfügbar ist, surfen die europäischen Nachbarn doppelt so schnell mobil, wie die deutschen Kunden. Damit landet das deutsche Mobilfunknetz bei den wesentlichen Merkmalen auf den hinteren Plätzen in Europa.

Schuld daran sind unter anderem die hohen Versteigerungserlöse der Frequenzen in Deutschland. Die vielen Milliarden fehlen den Netzbetreibern beim Ausbau, deswegen läuft der überall sonst in Europa, nur in Deutschland nicht.  Es braucht jetzt eine Beschleunigung des Ausbaus des engmaschigen Glasfasernetzes und parallel dazu 5G-Rahmenbedingen für die Mobilfunkbetreiber, das Netz in ganz Deutschland in der nötigen Qualität auszubauen. Dazu gehören z. B. ernstzunehmende Strafen bei Nicht-Erfüllung der Vorgaben, genauso wie klarere Verpflichtung für ein National Roaming in schlecht versorgten Gebieten.

Die grüne Bundestagsfraktion hat im November zu der Problematik einen umfassenden Antrag verabschiedet.

Darin fordern wir:

  • Eine verpflichtende Regelung für National Roaming, was zum einen eine Mitnutzung von Frequenzen in jenen Regionen möglich macht, in denen weitere Betreiber noch nicht ausgebaut haben, und zum anderen Ausbaukosten und Mastendichte reduzieren kann,
  • Versorgungsauflagen so auszugestalten, dass die bisherigen Versorgungslücken im ländlichen Raum besondere Berücksichtigung finden,
  • Einnahmen aus zukünftigen Versteigerungen auch in den Mobilfunkausbau in ländlichen Regionen zu investieren.

Hier gibt es noch eine  Beitrag der Tagesschau zur Studie.

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