Bienen

 

Bundestags-Bienen: wenig Honig wegen Hitze

 

Auch die Bienen am Bundestag sind nicht gut auf das Wetter zu sprechen. Die Wärme und Trockenheit führen zu weniger Blüten mit weniger Nektar. Gerade die wichtige Linde hat dieses Jahr in Berlin nur wenige Tage geblüht. In der Folge haben die Bundestags-Bienen deutlich weniger Honig in den letzten 2 Monaten einlagern können. Dieses Jahr ist der Honigertrag pro Volk um mehr als 10 Kilo zurückgegangen, so dass am Ende nur noch 25 bis 30 Kilo „geerntet“ werden konnte. Insgesamt drei Völker sind fleißig in den angrenzenden Tiergarten geflogen und haben Pollen und Nektar von Kastanie, Robinie und Linde eingetragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zunächst wurden die vollen Honigwaben aus dem sogenannten Honigraum genommen. Dann wurde die schützende Wachsschicht entfernt und geschleudert. Der „Roh-Honig“ wird dann noch dreimal gesiebt und ist dann abfüllfertig. Fertig ist die „Bundestagsblüte“

 

 

Neben drei sogenannten „Wirtschaftsvölkern“ gibt es auch zusätzlich drei neue Bienenvölker am Standort Bundestag. Ein Schwarm und zwei Ableger. Für diese drei Königinnen suchen wir noch Namen. Vorschläge sind willkommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Bienen geht es in den Städten vielfach besser als ihren Artgenossen in landwirtschaftlich geprägten Regionen, weil es hier weniger Pestizide gibt und das Blütenangebot abwechslungsreicher ist. Gerade in einer Stadt wie Berlin mit seinen vielen blühenden Bäumen und Schrebergärten mitten in der Stadt ist der Honigertrag oftmals höher als bspw. in der niedersächsischen Tiefebene mit seinen großen Feldern.

 

30. Mai 2018: mitmischen.de zu Besuch bei den Bienen

Das Jugendportal des Bundestages hat einen schönen Artikel über die Bundestagsbienen veröffentlicht. Hier:

https://www.mitmischen.de/diskutieren/topthemen/politikfeld_ernaehrung/Neonikotinoide/Bundestagsbienen/index.jsp

 

20.Mai 2018: Weltbienentag

Die Bundestagsbienen haben geholfen, am Weltbienentag Aufmerksamkeit auf die dramatische Lage ihrer „wilden“ Verwandten zu lenken.

Hier gibt es ein Radio-Interview mit dem WDR zum Thema Bienen zu hören.

Außerdem haben einige Zeitungen Interviews mit Oliver und den Bienen veröffentlicht. Das Interview mit der Schwäbischen Zeitung gibt es hier zu lesen. 

 

 

 

 

 

 

 

Mai 2018: Neonikotinoide verbieten für fleißige Bienchen

Unsere drei Bienenvölker sammeln jetzt fleißig – hauptsächlich in den Kastanien, Lindenbäumen und Obstbäumen im Tiergarten. Damit dass so bleibt, muss die Bundesregierung in Brüssel jetzt dafür sorgen, dass Neonikotinoide verboten werden.

 

 

 

April 2018: Bienen haben den Winter gut überstanden

Große Party der Bundestags-Bienen vor dem Flugloch. Die Bienen freuen sich auf die ersten warmen Tage und schauen im Tiergarten nach Krokussen, um dort die ersten Pollen und auch schon Nektar einzusammeln.  Alle drei Völker haben die kalten Temperaturen überlebt. Eines ist sehr schwach, die anderen beiden sind gut über den Winter gekommen. Ein Volk ist so stark (15 besetzte Wabengassen), dass es vermutlich im Mai schwärmen will, weil der Platz in der Bienenkiste (Beute) nicht mehr ausreicht.

Beim Schwärmen sucht sich die alte Königin mit mehreren Tausend Bienen eine neue Behausung. Das Problem: solche „freien“ Bienen-Völker gehen relativ schnell wieder ein, weil die Varoa-Milbe insbesondere die jungen Bienen während der Brut schädigt. Wenn es keine Behandlung durch den Imker gibt, schaffen es die geschwärmten Völker meistens nicht über den nächsten Winter.

 

 

November 2017: Artikel in „Das Parlament“: Biene als neues Wappentier des Bundestages?

Schöner Artikel in der Parlamentszeitung. Hier der Link

Auszug: „Ob die Politik etwas von den Bienen lernen kann? Oliver Krischer verweist auf die demokratischen Abstimmungsprozesse, wenn ein Teil des Bienenvolkes eine neue Bleibe sucht. „Die Kundschafterinnen schlagen per Tanz und Duftstoffen neue Standorte vor, die von den anderen Bienen inspiziert werden. Wenn alle Kundschafterinnen einen Standort tanzen, es also einen Konsens gibt, setzen sich rund 10.000 Bienen zur neuen Bleibe in Bewegung“, erklärt er. Das sei schon beeindruckend. „Die Biene wäre auch ein gutes Wappentier für den Bundestag“, ist Krischer überzeugt.“

 

 

Oktober 2017: Neuer Pate

Oliver Krischer übernimmt die Patenschaft der Bundestags-Bienen von Bärbel Höhn, die sich in den Ruhestand verabschiedet. Mittlerweile gibt es 3 Völker am Standort Paul-Löbe Haus, direkt neben dem Reichstagsgebäude. Mögen sie gut über den Winter kommen.

 

Juni 2017: Schleuderung

Die erste Schleuderung der Bundestagsblüte in diesem Jahr. Pro Volk gab es rund 25 Kilo. Bis Mitte/ Ende Juli blüht noch die Linde, dann verringert sich das Blütenangebot deutlich. Im August werden wir dann noch einmal schleudern.

 

27. März 2017: Party vor dem Flugloch

Party vor dem Flugloch der Bundestags-#Bienen. Die Saison startet jetzt auch in Berlin. Freuen uns auf den Honig in diesem Jahr!

 

10. Dezember 2016: Bienenraten

Es ist interessant, wie immer wieder Medien über die Bundestagsbienen berichten. Jetzt in der Sendung „Der Quiz-Champion“ gab es zur besten ZDF Sendezeit am Samstagabend eine Frage zum Bundestags-Honig

 

27.Juli 2016: Bundestags-Honig

Seit dem Frühjahr gibt es einen Bienenstock am Reichstagsgebäude direkt neben meinem Büro. 50.000 Bienen haben bisher fleißig Pollen und Nektar gesammelt. Jetzt habe ich zusammen mit dem Imker Dr. Benedict Polaczek von der FU Berlin die Waben geschleudert. Zunächst haben wir die Holzrähmchen mit den Honigwaben aus dem Bienenstock geholt, danach haben wir den Honig im Gebäude, mit den entsprechenden technischen Hilfsmitteln, geschleudert. Die „Beute“ (übrigens: auch das Zuhause der Bienen, bei uns ein Holzkasten-System, heißt im Imkerlatein „Beute“) diesmal: rund 30 kg feinster Honig von Blüten aus dem Tiergarten, hauptsächlich von der Linde. Zusammen mit der ersten Schleuderung 7 Wochen zuvor, kommen wir nun auf knapp 50 kg Bundestags-Honig. Dieser wird unter dem Namen “Bundestagsblüte“ ab September hier den Abgeordneten-Büros zum Kauf angeboten. Aufgrund des begrenzten Ertrages haben wir uns dagegen entschieden, den Honig öffentlich zu verkaufen. Der Verkaufserlös wird größtenteils an ein Projekt gespendet, welches das Nahrungsangebot für Bienen verbessern will – bspw. über das Anlegen von Blühwiesen. In immer mehr ländlichen Gegenden finden die Bienen aufgrund von Monokulturen nicht mehr genügend Blühpflanzen, insbesondere wenn die Rapsblüte vorbei ist. Mittlerweile gibt es immer mehr Anzeichen, dass es den Bienen in der Stadt und in den stadtnahen Gebieten gesundheitlich besser geht. Sie haben ein abwechslungsreicheres Blütenangebot und sind deutlich weniger Pestiziden ausgesetzt.

 

April 2016: Bienen im Bundestag

Nach einem erfolgreichen Probelauf im letzten Jahr wurde jetzt ein kompletter Bienenstock neben meinem Büro eingeweiht. 50.000 Bienen können nun täglich in den Tiergarten fliegen, um Pollen und Nektar zu sammeln. Im Sommer soll dann der erste Bundestagshonig geschleudert werden. Die Umgebung mit dem Tiergarten und den vielen Linden ist ideal für die Bienen, auch weil in der Stadt deutlich weniger Pestizide verspritzt werden, als auf dem Land. Mittlerweile geht es den Bienen oftmals in den Städten und stadtnahen Gebieten besser, weil dort das Blütenangebot vielfältiger ist und sie nicht mit so vielen Pestiziden konfrontiert sind. Wir müssen etwas für die bestäubenden Insekten tun. Deren Rückgang in den letzten Jahren ist teilweise dramatisch. Auch bei den Bienen hat es große Einbrüche gegeben. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Krankheitserreger, Monokulturen, das Wegbrechen von Lebensräumen und die industrielle Landwirtschaft mit ihren Pestizideinsätzen. Hier setzen besonders die sogenannten Neonicotinoide (Neonics) den Bienen stark zu. Eigentlich wurde diese Pestizidgruppe durch die EU verboten, jetzt plant die Bundesregierung aber eine deutliche Aufweichung dieses Verbotes. Das halten wir für grob fahrlässig. Der Vorschlag ignoriert den Stand der Wissenschaft, der deutlich zeigt, wie schädlich Neonicotinoide sind. Die Bundestags-Bienen werden jetzt dauerhaft ihr Quartier neben dem Reichstag beziehen. Sie stammen von der Freien Universität Berlin, Fachrichtung Bienenhaltung. Einen besonderen Dank geht deswegen an Prof. Dr. Einspanier und Dr. Polaczek, der auch der Vorsitzende der Berliner Imker ist.