29. März 2018

Zahl beim Kükentöten gestiegen – Bundesregierung bleibt untätig

Auf Anfrage der Grünen bestätigt die Bundesregierung, dass das millionenfache Töten männlicher Küken weiter gängige Praxis ist – und dies obwohl schon die vergangene Große Koalition das massenhafte Töten beenden wollte. Im Jahr 2017 sind 45.739700 weibliche Küken in Brütereien mit mindest 1.000 Eiern geschlüpft. Bei Annahme eines des gleichen Geschlechterverhältnisses sin damit um die 45 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet wurden. Sie sind Nachkommen von Legehennen, die auf Höchstleistungen gezüchteten wurden. Die männlichen Küken können naturgemäß nicht zur Eierproduktion verwendet werden und setzen als Masthähnchen zu wenig Fleischmasse an. Daher werden sie aus ökonomischen Gründen kurz nach dem Schlüpfen getötet. Dies ist eine Missachtung des Tierschutzes aus rein wirtschaftlichen Gründen und muss endlich aufhören.

Weiter bestätigt die Bundesregierung in ihrer Antwort, dass in den vergangenen zehn Jahren lediglich 6,8 Millionen Euro in die Entwicklung von Alternativen zum Kükentöten gesteckt wurden. Das ist extrem wenig, vergleicht man etwa die Millionensubventionen zur Exportförderung.

Seit Jahren hören wir die Ankündigungen der Großen Koalition, dass mit dem widerlichen Kükentöten endlich Schluss sein soll. Geschehen ist nicht nichts – im Gegenteil: Im letzten Jahr wurden sage und schreibe 45 Millionen Küken am ersten Lebenstag nur deshalb getötet, weil sie männlich sind. CDU/CSU und SPD waren nicht einmal in der Lage die Zahl zu reduzieren, geschweige die verstörende Praxis der Industrielandwirtschaft ganz zu verbieten. Es sind 2017 noch einmal eine Million getötete Küken mehr als im Jahr zuvor. Union und SPD versagen beim Thema seit Jahren. Während Union und SPD die industrielle Landwirtschaft mit Milliarden jedes Jahr fördern, hat die Forschung nach Alternativen zum Kükenschreddern eher Alibifunktion. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: Die Große Koalition will am widerlichen Kükenschreddern gar nichts ändern.

Wir fordern die Bundesregierung auf, Forschungsprogramme zu fokussieren und noch weiter zu intensivieren, die die Züchtung eines Zweinutzungshuhns vorantreiben, bei dem die weiblichen Tiere eine gute Legeleistung zeigen und die männlichen Tiere schnell Fleisch ansetzen. Außerdem brauchen wir endlich die Entwicklung praxistauglicher Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei für eine flächendeckende Anwendung in Brütereien. Dazu müssen Förderprogramme aufgelegt werden, um kleinen und mittelständischen Brütereien die Investition in technische Anlagen zur Geschlechter-Früherkennung im Ei zu erleichtern.

Die Grüne Bundestagsfraktion hatte dazu 2016 auch einen Antrag in den Bundestag eingebracht, welcher sich HIER findet.

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