5. Mai 2017

Bundesregierung versäumt Reparatur – fast die Hälfte der NRW-Bahnbrücken sanierungsbedürftig

Das geht aus einer Opens external link in new windowAnfrage der Grünen zum Zustand der Eisenbahnbrücken in NRW hervor. Demnach sind aktuell 1983 der insgesamt 4458 Bahn-Brücken in NRW dringend sanierungsbedürftig. 2014 waren es mit 1923 noch 60 Brücken weniger. Mehr als die Hälfte aller Brücken in NRW sind zudem älter als 80 Jahre, und damit deutlich über dem NRW-Durchschnitt von mittlerweile schon 67 Jahren. Dabei hatte Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) angekündigt, auf Grundlage der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen Bahn und Bund, die Sanierung maroder Eisenbahnbrücken anzugehen. Dafür hat der Bund insgesamt 28 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. So hätten 2015 und 2016 bereits 80 Bahnbrücken saniert sein müssen, tatsächlich saniert wurden bisher aber erst 37.

Das heißt, die in den letzten Jahren gelaufenen Sanierungsmaßnahmen haben bei Weitem nicht ausgereicht. Dobrindts Gerede vom Investitionshochlauf entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Luftnummer. Die Mittel der Bundesregierung reichen nicht mal aus, den Verfall zu stoppen, geschweige denn die Situation zu verbessern. Das ist das Ergebnis einer Politik von Union und SPD, die sich mit Blödsinn wie der PKW-Maut beschäftigt, aber die wirklichen Herausforderungen der Verkehrspolitik nicht im Blick hat.

Die Leidtragenden sind die Bahnreisenden. Sie werden sich Dank des Versagens der Großen Koalition zukünftig immer öfter mit Streckensperrungen, Langsamfahrstellen und schlechten Verbindungen herumplagen müssen. Statt weiterhin zahllose neue und fragwürdige Straßen zu bauen, müssen CDU/CSU und SPD endlich den Hebel umlegen und die Priorität beim Einsatz der knappen Mittel konsequent auf den Erhalt der Infrastruktur setzen. Statt unsinniger Umgehungsstraßen, brauchen wir die Sanierung von Bröselbrücken.

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