2. Mai 2017

Erneuerbaren-Anteil bei 85 Prozent – Kohlestrom auf Allzeit-Tief

Am vergangenen Sonntag (30. April) waren in Deutschland so wenig Kohlekraftwerke am Netz wie noch nie in der jüngeren Geschichte: Von 15 bis 16 Uhr arbeiteten sie nur noch mit einer Leistung von knapp 8 Gigawatt. Die Steinkohlekraftwerke waren auf 1,8 Gigawatt heruntergefahren worden, Braunkohlekraftwerke lieferten hingegen immer noch etwa 6,2 Gigawatt. Atomkraftwerke reduzierten ihre Leistung von 7,9 auf 5 Gigawatt. Die maximal mögliche Leistung der Kohlekraftwerke liegt bei rund 50 Gigawatt.

Das Allzeit-Minium war möglich, weil Erneuerbare Energien – vor allem Wind- und Solarstromanlagen – das ganze Wochenende überdurchschnittlich viel Strom lieferten: In der Spitze waren es 55,2 Gigawatt (Sonntag 12 Uhr). Das Minimum betrug 16 Gigawatt (Sonntag 0 Uhr). Im Mittel waren es 35,7 Gigawatt, damit stammten im Mittel 64 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms am letzten April-Tag aus Erneuerbare Energien. In der Spitze stieg der Erneuerbaren-Anteil sogar auf 85 Prozent (13-15 Uhr). Damit einher gingen für mehrere Stunden negative Preise an der Strombörse. Diese negativen Preise resultieren aus den unflexiblen Großkraftwerken, die sich nur schwer regeln lassen. Allen voran die klimaschädlichen Kohlekraftwerke.

Nun kommt es darauf an, dass wir auf dem Weg hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien die richtigen energiepolitischen Weichenstellungen setzen. Dazu gehört ein klarer Kohleausstiegsfahrplan und verlässliche Rahmenbedingungen für Erneuerbare und Speicher. Doch genau an diesen Punkten hat die Bundesregierung bisher zu wenig getan.

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