28. September 2016

Grüne legen Pakt für faire Tierhaltung vor


Mit schockierenden Bildern berichtete das Opens external link in new windowNDR-Magazin Panorama  über die Zustände in den Ställen einiger Vertreter des Bauernverbands. Für uns ist klar: Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, dann entlarven sie Schönfärberei und Heuchelei der Branchenvertreter und des Bauernverbandes. Es gibt regelmäßig systematische Tierschutzvergehen. Solche Vorwürfe dürfen von den Lobbyisten nicht weiter unter den Tisch gekehrt werden. Damit schaden sie den Tieren, aber auch dem Ruf der Bauern. Es braucht eine umfassende, grundsätzliche Wende in der Tierhaltung.

Damit sich solches Leid für die Tiere nicht wiederholt, stellen wir mit unserem Pakt für faire Tierhaltung Lösungsvorschläge für eine Zukunft ohne Massentierhaltung vor, in der auch die Bäuerinnen und Bauern wieder eine Perspektive haben. Als grüne Bundestagsfraktion setzen wir auf eine Politik der machbaren Schritte, die ein klares Ziel hat: eine faire Tierhaltung. Dafür wollen wir einen guten Rahmen schaffen, der Landwirtschaft und Handel Planungssicherheit gibt und zugleich Verbraucher*innen Qualität, Transparenz und bezahlbare Lebensmittel bieten. Nur gemeinsam und mit der Bereitschaft zu Veränderungen wird es uns gelingen, aus der industriellen Massentierhaltung auszusteigen. Entscheidend ist aber: Die Politik muss dafür die Leitplanken setzen.

Als grüne Bundestagsfraktion wollen wir innerhalb der nächsten 20 Jahre aus der industriellen Massentierhaltung aussteigen. „Grüner statt größer werden“ ist unser Leitmotiv für die Tierhaltung der Zukunft. Unser Ziele sind, dass es den Tieren nachweislich deutlich besser geht und die Umwelt geschont wird, dass sich tiergerechte Haltung für Bäuerinnen und Bauern lohnt, und dass Tierschutz für alle beim Einkaufen gut erkennbar und bezahlbar ist.

Die Tiere haben ein Recht auf ausreichend Platz, Auslauf, Licht und Beschäftigung sowie kundige Betreuung durch geschultes Personal. Unter solchen Bedingungen werden systematische Amputationen von Schnäbeln und Schwänzen überflüssig.

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