2. Mai 2016

Abgasuntersuchung ohne Abgasmessung – Große Koalition sieht keinen Handlungsbedarf


Bei allen Fahrzeugtypen ab 2008 findet keine tatsächliche Untersuchung der Abgaswerte am Auspuff mehr statt, sondern nur noch eine sogenannte ‚On-Board-Diagnose‘ durch Software-Auslesung. Doch dass auch hier Software-Manipulationen möglich sind, wurde erst jüngst von Experten nachgewiesen. Da die Abgasemissionen nicht mehr am Auspuff gemessen werden, sind Manipulationen ohne großen Aufwand möglich und für den Autofahrer wird klar, warum Herstellerangaben und tatsächliche Fahrzeugemissionen und Spritverbrauch nicht übereinstimmen.

Wie die Bundesregierung nun auf eine Grüne Anfrage eingesteht, ist ihr dieses Problem seit langem bekannt. Und noch schlimmer: Sie selbst ist von der Wirksamkeit der Abgasuntersuchungen nicht überzeugt. Doch statt Konsequenzen zu ziehen ist die heutige Abgasmessung mit Duldung von CDU/CSU und SPD ein Freifahrtschein für Betrug und Schummelei in der Autobranche. Für einen Software-Test, der nichts über die tatsächlichen Abgase des Autos aussagt, müssen deutsche Autofahrer hunderte Millionen Euro jedes Jahr zahlen. Das ist Abzocke. Wir brauchen endlich eine Abgasmessung, die diesen Namen vierdient. Darauf haben Autofahrer, aber auch die Menschen in den Innenstädten ein Anrecht. Statt das Thema weiter auszusitzen und damit das Schummeln der Autoindustrie zu decken, muss Dobrindt endlich ernsthafte Abgastests einführen.

Nicht nur klimapolitisch wäre ein rasches Handeln notwendig sondern auch aus Gesundheitsschutzgründen. In Anbetracht auchOpens external link in new window aktueller Messungen der Luftqualität in deutschen Städten, welche die Belastungen der städtischen Luft, insbesondere durch Dieselmotoren, eindrücklich dokumentieren, muss die derzeitige Praxis der Abgasuntersuchung hinterfragt werden.

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